Google Ads Audit: 15 Punkte, die ich in einem Account zuerst prüfe
Ein systematisches Audit zeigt, wo ein Konto Potenzial liegen lässt. Die 15 Prüfpunkte, die ich zuerst ansehe, und wie ich sie konkret prüfe: Berichte, Schwellenwerte und typische Befunde.
Matthias Zehler
Google Ads Freelancer für LeadgenerierungGoogle Ads Audit: 15 Prüfpunkte
Ein Audit ist die systematische Prüfung eines bestehenden Kontos anhand klarer Kriterien. Die folgenden 15 Punkte sind das, was ich mir zuerst ansehe, in der Reihenfolge, in der ich sie ansehe. Wer selbst prüfen will, wo sein Konto steht, findet nach jedem Abschnitt, wie ich die Punkte konkret untersuche: welche Berichte, welche Spalten und welche Schwellenwerte.
Struktur und Strategie
- Kontostruktur: Sind Kampagnen und Anzeigengruppen sinnvoll getrennt?
- Kampagnenziele: Entsprechen die Werbeziele den Geschäftszielen?
- Budgetallokation: Ist das Budget sinnvoll über die Kampagnen verteilt?
Wie ich diese Punkte konkret prüfe
Zur Kontostruktur exportiere ich die Kampagnen- und Anzeigengruppenstruktur und prüfe eine einfache Regel: Eine Anzeigengruppe bedient genau ein Thema, und das Thema steht im Namen. Finden sich in einer Anzeigengruppe Keywords, die nichts miteinander zu tun haben, lernt das Bidding nie, welche Anzeige zu welcher Anfrage gehört. Ein häufiger Befund sind historisch gewachsene Konten mit mehr als zwanzig Kampagnen, von denen ein Drittel seit Monaten kein Budget mehr verbraucht.
Bei den Kampagnenzielen liste ich die Conversion-Aktionen auf, auf die jede Kampagne tatsächlich optimiert. Zählt nur der Formulareingang, oder fließen qualifizierte Leads ein? Stehen Werbeziele und Geschäftsziele noch im Zusammenhang, oder optimiert eine Kampagne auf ein Ziel, das der Vertrieb längst nicht mehr als Erfolg wertet?
Die Budgetallokation prüfe ich über den Budgetbericht und die Spalte zum ausgeschöpften Budgetanteil. Zwei Befunde kommen häufig vor: Kampagnen, die dauerhaft im Status „durch Budget begrenzt" laufen, und Kampagnen, die ihr Budget nie ausschöpfen, aber dennoch laufen. Seit August 2026 ist zusätzlich der Zustand der Zielwerte wichtig, denn Google weitet die Auslieferung begrenzter Kampagnen aus, wenn der Ist-Wert den Zielwert übertrifft. Ein veralteter Ziel-CPA wird damit vom Schönheitsfehler zum Kostenrisiko.
Keywords und Suchbegriffe
- Suchbegriffe: Werden die Suchbegriffberichte regelmäßig geprüft?
- Match Types: Sind die Keyword-Optionen bewusst gewählt?
- Negative Keywords: Gibt es strukturierte Ausschlusslisten?
Wie ich diese Punkte konkret prüfe
Der Suchbegriffbericht der letzten 90 Tage, sortiert nach Kosten ohne Conversion, ist der schnellste Weg zu sichtbarem Geld. Meine Schwellenwerte: Jeder Suchbegriff mit mehr als 50 Euro Ausgaben ohne Conversion wird einzeln geprüft. Jede Anfrage mit erkennbar fehlender Kaufabsicht, etwa Jobsuche, Tutorials oder Zulieferer-Recherchen, landet auf der Ausschlussliste. In den meisten Konten, die ich zum ersten Mal sehe, lässt sich dabei ein zweistelliger monatlicher Betrag finden.
Bei den Match Types schaue ich auf die Verteilung über die Kontokosten. Ein hoher Anteil an weiten Match-Types ist kein Befund, wenn die Ausschlusslisten gepflegt sind. Ohne gepflegte Listen ist er einer. Die Ausschlusslisten selbst prüfe ich auf drei Dinge: Existieren geteilte Listen, wie viele Einträge haben sie, und wann wurden sie zuletzt ergänzt? Eine Liste mit fünf Einträgen aus dem Gründungsjahr ist keine Liste.
Tracking und Signale
- Conversion Tracking: Ist die Erfassung vollständig und korrekt?
- Smart Bidding: Erhält das Bidding die passenden Signale?
- Conversion-Werte: Sind Conversions differenziert gewichtet?
- Leadqualität: Kommt CRM-Feedback über Offline Conversions zurück?
Wie ich diese Punkte konkret prüfe
Zum Conversion Tracking prüfe ich den Status jeder Conversion-Aktion: Wird aufgezeichnet, und wurden in den letzten 30 Tagen tatsächlich Conversions erfasst? Danach folgen die zwei Fragen, die fast immer nachkommen: Sind Enhanced Conversions aktiviert, und läuft seit Juli 2025 ein korrektes Consent-Mode-v2-Setup? Ohne Consent Mode schaltet Google in der EU zentrale Funktionen ab. Das betrifft mehr Konten, als deren Betreuer ahnen. Was ein sauberes Setup enthält, steht auf der Seite zu Conversion Tracking.
Beim Smart Bidding vergleiche ich den Ziel-CPA mit dem Ist-CPA der letzten 90 Tage. Liegt die Abweichung über etwa 20 Prozent, ist entweder der Zielwert veraltet, oder das Konto hat sich verändert, etwa durch neue Kampagnen oder eine neue Website. In beiden Fällen entscheidet das Bidding auf Grundlagen, die nicht mehr stimmen.
Sind alle Conversion-Werte gleich gesetzt, kann das Bidding nicht zwischen einem Newsletter-Abonnement und einer echten Verkaufsanfrage unterscheiden. Die Lösung ist die Staffelung nach Leadqualität, und die Daten dafür kommen aus dem CRM, über den Import von Offline Conversions. Ob dieser Import existiert, ist der wichtigste Einzelpunkt dieses Abschnitts. In den meisten Konten lautet die Antwort: nein. Damit endet die Messung beim Formular, und das Bidding optimiert auf Volumen statt auf Wert.
Ein Audit ist keine Bewertung des bisherigen Betreuers. Es ist eine Bestandsaufnahme, die die nächsten drei Monate strukturiert.
Kampagnentypen und Targeting
- Performance Max: Ist PMax sauber gesteuert und transparent?
- Standorte: Ist das geografische Targeting präzise?
- Zielgruppen: Sind Audience-Signale sinnvoll gesetzt?
- Geräte: Wird die Geräteleistung geprüft?
- Landingpages: Passen Anzeige und Landingpage zusammen?
Wie ich diese Punkte konkret prüfe
Bei Performance Max schaue ich in die Suchthemen und in den Bericht zu den verwendeten Zielgruppensignalen. Läuft PMax ohne Ausschlüsse auf Kampagnenebene, besetzt es Suchanfragen, die im Suchkampagnen-Teil längst ausgeschlossen wären. Die typischen Befunde und Gegenmaßnahmen beschreibe ich auf der Seite zu Performance Max für Leadgenerierung.
Beim geografischen Targeting prüfe ich die Einstellung der Standortoption: „Anwesenheit" statt „Anwesenheit oder Interesse" ist bei regionalen Angeboten fast immer richtig. Danach schaue ich in den Standortbericht auf Ebene der tatsächlich ausgelieferten Regionen. Häufig liegen dort nennenswerte Ausgaben außerhalb des Zielgebiets, die im aggregierten Bericht unsichtbar bleiben.
Zielgruppen prüfe ich danach, ob sie als Signal oder als Beobachtung laufen und wann sie zuletzt aktualisiert wurden. Bei den Geräten genügt der Vergleich von Conversion-Rate und Cost-per-Lead zwischen Desktop, Tablet und Mobile. Eine Conversion-Rate, die auf einem Gerät um die Hälfte unter den anderen liegt, ist ein Hinweis auf die falsche Landingpage oder das falsche Formular für dieses Gerät.
Die Landingpages prüfe ich mit den wichtigsten Suchbegriffen je Anzeigengruppe: Erfüllt die Seite in den ersten Sekunden, was die Anzeige verspricht? Passen Formularfelder und Angebot zur Anfrage? Mündet der Klick auf die Startseite, ist das ein Befund.
Was ein Audit nicht leistet
Ein Audit macht keine Prognose über künftige Leistung und ersetzt keine Umsetzung. Es benennt Befunde, bewertet sie nach Wirkung und Aufwand und ordnet sie in eine Reihenfolge. Der Wert entsteht in den Wochen danach, wenn die priorisierten Maßnahmen umgesetzt und an den Kennzahlen geprüft werden. Wer ein Konto in einem ehrlichen Zustand vorgeführt bekommt, hat das wertvollste Ergebnis, das ein Audit liefern kann.
Für die genannten 15 Punkte brauche ich je nach Kontogröße zwischen vier und acht Stunden. Das Ergebnis ist ein dokumentierter Bericht mit priorisierten Handlungsempfehlungen. Wie ein Audit bei mir abläuft und was Sie konkret erhalten, steht auf der Seite zum Google Ads Audit.